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Sprachregeln und Idiolekte : Plädoyer für einen normativistischen Individualismus

Elektronische Dissertationen Universität Hamburg, GERMANY

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Title Sprachregeln und Idiolekte : Plädoyer für einen normativistischen Individualismus
Language Rules and Idiolects
 
Creator Tielmann, Christian
 
Subject Analytische Philosophie
Sprachphilosophie
Wittgenstein, Ludwig
Davidson, Donald
Dummett, Michael A. E.
Regelverstoß
Regel
Philosophy
Sprachphilosophie
 
Description In meiner Dissertation vertrete ich die folgenden beiden Thesen:

1.) Normativitätsthese: Das In-Kraft-Sein von Regeln ist eine notwendige Bedingung für gelingende sprachliche Kommunikation.

2.) Idiolektthese: Eine Theorie, die die notwendigen Bedingungen für gelingende sprachliche Kommunikation beschreibt, muss den Idiolekt (und nicht die Gemeinsprache) als explanatorisch primär behandeln.

Beide Thesen werden von zwei verschiedenen philosophischen Lagern kontrovers diskutiert: Gegen die erste These läuft Donald Davidson Sturm, während er die zweite für wahr hält. Michael Dummett hingegen hält die erste These für wahr und die zweite für falsch.
Ich plädiere in dieser Arbeit für eine Mittelposition, die ich als normativistischen Individualismus bezeichne, und die beide These für wahr hält. Der normativistische Individualismus vermittelt allerdings nicht zwischen Dummett und Davidson, sondern stellt sich als eine eigenständige Position dar, die ich sowohl gegen Davidsons Kritik an der Normativitätsthese, als auch gegen Dummetts Kritik an der Idiolektthese verteidige.
In einem ersten Schritt versuche ich möglichst genau zu sagen, was ich unter einer Sprachregel und unter dem In-Kraft-Sein derselben verstehe. Diese Überlegungen münden in eine Definition des In-Kraft-Seins von Sprachregeln.
In einem zweiten Schritt erprobe ich die Brauchbarkeit dieser Definition, indem ich sie mit möglichst scharfer Kritik (v.a. von Quine) konfrontiere.
In einem dritten Schritt versuche ich die Frage zu klären, in welche Kategorie Regeln gehören. (Sind Regeln Sätze? Sind sie Bedeutungen von Sätzen? Oder noch etwas anderes?)
Mit diesen Überlegungen zum In-Kraft-Sein von Regeln im Rücken betrachte ich in einem vierten Schritt die Kontroverse zwischen Dummett und Davidson über die Frage, ob der Idiolekt des Sprechers oder die Gemeinsprache systematisch an erste Stelle stehen sollte, neu. Dabei zeigt sich, dass zwar Öffentlichkeit nicht aber Gemeinschaftlichkeit im Zeichengebrauch eine notwendige Bedingung für gelingende sprachliche Kommunikation ist. Kurz gesagt: Man muss nicht selbst Brumm-brumm zu Autos sagen, um ein Kind verstehen zu können, das mit diesem Ausdruck auf ein Auto Bezug nimmt. Aber es müssen im Idiolekt des Kindes Regeln in Kraft sein: Wenn Brumm-brumm in jedweder Gesprächssituation alles Mögliche bedeuten kann, sodass es den Hörern prinzipiell nicht mehr möglich ist, korrekten von inkorrektem Gebrauch des Ausdrucks zu unterscheiden, verliert der Ausdruck seine Bedeutung.
 
Publisher Universität Hamburg
Philosophie und Geschichtswissenschaft. Philosophie und Geschichtswissenschaft
 
Date 2005
 
Type Text.Thesis.Doctoral
 
Format application/pdf
 
Identifier urn:nbn:de:gbv:18-28757
http://www.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2006/2875/
 
Language ger
 
Rights Copyright der Metadaten: SUB Hamburg